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    28.04.2021

    Mitgliederinterviews – Dr. Alexander Kaiser (Cicor Gruppe)

    Unser Interviewpartner im April: Herr Dr. Kaiser (Cicor Gruppe)
    Unser Interviewpartner im April: Herr Dr. Kaiser (Cicor Gruppe) Dr. Kaiser
    • microTEC Südwest: Guten Tag, Herr Dr. Kaiser, bitte stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor.

      Dr. Kaiser: Guten Tag. Die Reinhardt Microtech GmbH gehört seit 2007 zur Schweizer Cicor Gruppe und beschäftigt sich zusammen mit Ihrer Schwesterfirma, der Reinhardt Microtech AG, mit der Herstellung von Dünnfilmschaltungen, die in verschiedensten Bereichen eingesetzt werden. Meine Aufgaben bei der Reinhardt Microtech GmbH liegen im Bereich des technischen Kundenkontaktes und der Entwicklung, und in diesem Zuge bei der Betreuung von Projekten und der Lösungsfindung für neue Anforderungen unserer Kunden. Wir sind seit 2013 Mitglied bei microTEC Südwest.

      microTEC Südwest: Wie sind Sie erstmalig mit microTEC Südwest in Berührung gekommen?

      Dr. Kaiser: Wir sind damals durch die Spitzenclusterinitiative auf derzeit noch MST BW aufmerksam geworden. Besonders interessant war für uns der Ansatz der Fachgruppe „Intelligente Implantate“, wie sie früher noch hieß, da wir uns im Bereich der Medizintechnik die Jahre davor schon weiterentwickelt hatten und dies auch in Zukunft vorhatten und vorhaben. Dies war für uns also eine gute Gelegenheit, unsere Kontakte und auch das Wissen in diesem Bereich zu erweitern.

      microTEC Südwest: Könnten Sie nun bitte auch Ihr Unternehmen vorstellen? Was machen Sie, wer sind Ihre Kunden?

      Dr. Kaiser: Die Cicor Gruppe ist ein global tätiger Entwicklungs- und Fertigungspartner mit innovativen Technologielösungen in der Elektronikindustrie. Mit rund 2000 Mitarbeitenden an zehn Produktionsstandorten bietet Cicor hochkomplexe Leiterplatten und Hybridschaltungen sowie umfassende Electronic Manufacturing Services (EMS) inklusive Mikroelektronikbestückung und Kunststoff-Spritzguss. Cicor liefert maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen vom Design bis zum fertigen Produkt aus einer Hand.

      Unsere Standorte in Wangs (Schweiz) und Ulm sind spezialisiert auf die Herstellung starrer und flexibler Substrate in Dünnschichttechnik und verfügen auf diesem Gebiet auch über umfassende Entwicklungskompetenzen.

      Die Anwendungen unserer Kunden liegen vor allem im Aerospacebereich, in der Sensorik, in der Kommunikation und in der Medizintechnik. Unsere Kunden profitieren davon, dass unsere Schaltungen extremste Bedingungen aushalten können, und wir mit Verfahren der Mikrosystemtechnik bzw. Halbleitertechnologie Strukturen herstellen können, die hohe Miniaturisierung ermöglichen, und auch eine gewisse Inertheit durch z. B. Verwendung von Keramik und Gold bieten können.

      microTEC Südwest: Welche Aktivitäten im microTEC Südwest-Netzwerk sind für Sie besonders wertvoll und warum?

      Dr. Kaiser: Für uns ist innerhalb von microTEC Südwest die Vernetzung sehr wichtig, d. h. kennenzulernen, wo welche Dienstleistungen und Fähigkeiten vorhanden sind. Seien es nun Institute oder Firmen. Glücklicherweise hat es in der Vergangenheit auch schon zu kleineren Zusammenarbeiten geführt, die wir nach Möglichkeit in der Zukunft fortführen möchten. Ein weiterer Punkt ist mit Sicherheit der Wissensgewinn, auch auf einer persönlichen Basis, den man sich in den Fachgruppen oder auf den Konferenzen aneignen kann. Besonders in einer kleineren Organisation wie an unserem Standort in Ulm bleibt oft wenig Gelegenheit, sich über den eigenen Tellerrand hinaus zu informieren. Dies ist aber gerade für die mittel- oder langfristige Ausrichtung sehr wichtig, um zu wissen, welche Bedarfe vorhanden sind oder welche Anwendungen oder Fähigkeiten in der Zukunft notwendig sein werden.

      microTEC Südwest: Welche Bedeutung messen Sie unseren Fachgruppen zu?

      Dr. Kaiser: Die Fachgruppen innerhalb von microTEC Südwest bieten die hervorragende Gelegenheit, sich innerhalb bestimmter Themen- oder Anwendungsbereiche über den aktuellen Stand zu informieren und auszutauschen. Die Mischung aus Industrie und Forschung „befruchtet“ sich hierbei gegenseitig, damit einerseits neue Verfahren in die Anwendung kommen und andererseits die Bedürfnisse aus der Industrie von akademischer Seite unterstützt werden können.
      Die Fachgruppen bieten die Möglichkeit, sich bezüglich neuer Anwendungen und Technologien weiter zu bilden und bei Bedarf auch tiefer greifende Diskussionen über ungelöste Anforderungen zu führen.

      microTEC Südwest: Was würden Sie sich noch von microTEC Südwest wünschen?

      Dr. Kaiser: Ich bin mit der Organisation von microTEC Südwest sehr zufrieden. Alle Veranstaltungen funktionieren vom Ablauf her sehr gut und die Vorbereitung ist immer sehr vorbildlich.
      Einen Bereich, den man noch angehen könnte, wäre, wie wir in der Vergangenheit schon diskutiert hatten, den Austausch zwischen den Fachgruppen zu verstärken. Z. B. gibt es ja technologische Lösungen aus der Drucktechnologie, die auch für die Mikromedizin interessant sein können und umgekehrt. Aber das hatten wir ja in dem letzten Meeting schon ein wenig in diese Richtung bewegt.

      microTEC Südwest: Nun noch ein paar Fragen zu Ihnen als Person: Was fasziniert Sie an Ihrem Fachgebiet/Ihrem Aufgabenspektrum bei der Reinhardt Microtech GmbH?

      Dr. Kaiser: An meinem Aufgabenspektrum bei der Reinhardt Microtech GmbH gefällt mir am meisten, dass es neben den „Brot und Butter“ Produkten immer wieder neue Anforderungen gibt, die in jeglicher Richtung vom Standard abweichen können. Dies sind oft Anfragen von kleineren Firmen oder Start-ups mit neuen Ideen, die ein wenig oder auf den ersten Blick ziemlich stark außergewöhnlich sind. Oft schaffen wir es in unserem Team durch Kreativität und alternative Prozesskombinationen in Zusammenarbeit mit unseren Kunden eine Lösung zu erarbeiten.
      Und was gibt es als Ingenieur Schöneres, als wenn das, was man sich ausdenkt, am Ende auch funktioniert?

      microTEC Südwest: Wo in Ulm halten Sie sich am liebsten auf?

      Dr. Kaiser: Da ich nicht direkt in Ulm wohne, bin ich dort nicht allzu oft unterwegs. Aber es gibt in der Nähe der Firma relativ viele grüne Flecken, in denen man in der Mittagspause mal zur Ruhe kommen kann und sich entspannen. Auch an der Donau ist es sehr schön, vor allem in der warmen Jahreszeit, und dort bietet sich auch mal die Gelegenheit für eine gemütliche Laufrunde mit Kollegen.

      microTEC Südwest: Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick in die Zukunft wagen. Was denken Sie, wird sich, sagen wir in 50 Jahren, bemerkenswert geändert haben? Haben Sie eine Vision?

      Dr. Kaiser: Im technologischen Bereich wird sich sicherlich sehr viel weiterentwickeln, wenn man nur zurückschaut, was sich in den letzten 50 Jahren oder gar nur 25 Jahren bewegt hat. Stellvertretend kann man vielleicht die neuen Materialien (SiC, GaN, etc.) nennen, die in den Halbleiterbereich eingezogen sind. In diesem Bereich werden sich vermutlich auch neue Architekturen für integrierte Schaltungen oder Bauteile ergeben, die vielleicht effizienter die Realisierung von neuronalen Netzen oder darauf aufbauenden Ansätzen erlauben.
      Im Bereich der erneuerbaren Energien wird sich weiterhin sehr viel tun, und fossile Brennstoffe werden wohl keine Rolle mehr spielen, zumindest außerhalb einiger weniger spezieller Anwendungen.

      Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, hoffe ich, dass immer noch der gesunde Menschenverstand eingesetzt wird und dass wir in Europa noch Produkte fertigen und nicht nur woanders auf der Welt. Es sollte immer noch Menschen (Ingenieure, Techniker, etc.) geben, die auch daran denken und wissen, dass und wie Dinge hergestellt und nicht nur berechnet und simuliert werden.

      microTEC Südwest: Welche Zukunftsthemen werden in diesem Jahr neben Corona Ihrer Meinung nach besonderes Gewicht haben?

      Dr. Kaiser: Die erneuerbaren Energien werden weiter ein wichtiges Thema bleiben und damit auch die Elektromobilität und wie diese sinnvoll etabliert werden kann, zusammen mit den dabei noch offenen Herausforderungen. Und wie Europa sich im Vergleich zum Rest der Welt positionieren kann.
      Corona ist natürlich sehr dominierend, und als Nachfolge wird sich auch die Arbeitswelt ändern, hin zu generell mehr Homeoffice und auch mehr virtuellen Meetings. D. h. die Digitalisierung wird den erfahrenen Schwung mitnehmen und weiter voranschreiten.
      Außerdem werden Gesundheit allgemein und die alternde Bevölkerung wichtige Themen bleiben.

      microTEC Südwest: Möchten Sie unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

      Dr. Kaiser: Natürlich meine guten Wünsche und vielen Dank für das Interesse an microTEC Südwest.

      microTEC Südwest: Herzlichen Dank für die Zeit, die Sie sich genommen haben, um unserer Fragen zu beantworten. Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit und viel Erfolg.

    • microTEC Kontakt

      Amandus Bieber
      Marketing

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