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    27.11.2020

    Mitgliederinterviews – Herr Dr. Schostek (Ovesco Endoscopy AG)

    • microTEC Südwest: Guten Tag, Herr Doktor Schostek, bitte stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor.

      Dr. Schostek: Ich leite die Division für diagnostische Systeme bei der Medizintechnikfirma Ovesco Endoscopy AG. In dieser Funktion treibe ich die Forschung und Entwicklung sowie Markteinführung von innovativen Medizinprodukten für die Diagnostik von Verdauungstrakterkrankungen voran. Wir sind seit Anfang 2020 Mitglied bei der microTEC Südwest.

       

      microTEC Südwest: Wie sind Sie auf microTEC Südewest erstmalig aufmerksam geworden?

      Dr. Schostek: Als Tübinger Unternehmen sind wir besonders in der Region aktiv und vernetzt. So sind wir auf die microTEC Südwest gestoßen. Nach der Teilnahme an einer Fachgruppensitzung haben wir uns für die Mitgliedschaft entschieden.

       

      microTEC Südwest: Könnten Sie nun bitte auch Ihr Unternehmen vorstellen? Was machen Sie, wer sind Ihre Kunden?

      Dr. Schostek: Die Ovesco Endoscopy AG entwickelt, produziert und vertreibt Instrumente zur Behandlung und Diagnose von gastrointestinalen Erkrankungen. Unsere innovativen Produkte basieren der Verwendung neuer Technologien sowie neuen medizinischen Verfahren und bieten für Patienten und Anwender wesentliche Vorteile. Unser Markenzeichen sind endoskopische Clipsysteme für die Behandlung von gastrointestinalen Blutungen und den endoskopischen Wandverschluss im Verdauungstrakt. Im Laufe der Jahre wurde unser Portfolio u. a. um optimierte Resektionstechniken erweitert. Wir nutzen auch neue Mikrotechnologien in unseren Produkten, z. B. in der HemoPill acute, eine schluckbare Kapsel, deren Mikrosensorik Blutungen detektieren kann.

      Wir produzieren alle unsere Produkte am Standort Tübingen und liefern von dort in über 70 Länder.

       

      microTEC Südwest: Was erwarten Sie von der Mitgliedschaft bei microTEC Südwest für Ihr Unternehmen und wie möchten Sie sich einbringen?

      Dr. Schostek: Innovationskraft in der Medizintechnik entsteht dort, wo verschiedene Fachdisziplinen mit einem gemeinsamen Fortschrittsgedanken aufeinandertreffen. Mit der Mitgliedschaft in der microTEC Südwest wollen wir unser Netzwerk gerade in Richtung Mikrotechnologien erweitern.

       

      microTEC Südwest: Welche Bedeutung messen Sie unseren Fachgruppen zu?

      Dr. Schostek: Die Fachgruppensitzungen bilden einen wichtigen Kristallisationspunkt für Aktivitäten innerhalb oder auch außerhalb der microTEC Südwest. Der thematische Fokus hilft hierbei, seine eigenen Akzente zu setzen und für sich und seine Organisation Relevantes mitzunehmen. Diese Sitzungen treffen in Zeiten der Pandemie natürlich auf widrige Umstände; sie sollten aber unbedingt über digitalen Medien weitergeführt werden, um nichts an Momentum einzubüßen.

       

      microTEC Südwest: Was würden Sie sich noch wünschen von microTEC Südwest?

      Dr. Schostek: Zunächst wünsche ich mir, dass alle gesund und weiter aktiv bleiben.

      Grundlage für eine intensive Vernetzung ist das soziale Miteinander. Vielleicht gibt es in Zukunft mehr Möglichkeiten, sich neben den Fachveranstaltungen z. B. bei organisierten Abendessen in einem zwanglosen Rahmen auszutauschen?

       

      microTEC Südwest: Nun noch ein paar Fragen zu Ihnen als Person, die Sie nicht beantworten müssen, wen Sie nicht mögen. Wir würden uns freuen, wenn wir und unsere Leser Sie ein wenig besser kennenlernen dürften. Was fasziniert Sie an Ihrem Fachgebiet?

      Dr. Schostek: Mein Fachgebiet ist die Schnittstelle zwischen Technologie und Medizin. Hier treffen zwei an sich unterschiedliche Welten aufeinander, in deren Spannungsfeld unglaublich viel Raum für Ideen und Innovation existiert. Mit anzusehen, wie oft aus „kindlicher Begeisterung“ geborene Ideen irgendwann im klinischen Einsatz Patienten und Anwendern neue Möglichkeiten von Diagnostik und Therapie ermöglichen, ist einfach fesselnd und faszinierend.

       

      microTEC Südwest: Wo in Tübingen halten Sie sich am liebsten auf?

      Dr. Schostek: Als geborener Münchner bin ich zwar ein Stadtmensch, aber am liebsten entdecke ich das schöne Tübinger Umland. Vom Schönbuch bis auf die Alb bietet der Landkreis Tübingen ein facettenreiches Füllhorn an Orten zum entspannten Verweilen, sportlicher Aktivität oder zum Staunen. Wenn Sie mich nach einem speziellen Ort fragen, dann denke ich zu allererst an den Wendelsheimer Märchensee, an dem entspannte Spaziergänge mit Familie und Hund möglich sind.

       

      microTEC Südwest: Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick in die Zukunft wagen. Was denken Sie, wird sich, sagen wir in 50 Jahren, bemerkenswert geändert haben? Haben Sie eine Vision?

      Dr. Schostek: Als Technologe erwarte ich in den nächsten Jahrzehnten, dass Technologie an sich immer weiter in den Hintergrund tritt und uns auf subtile, aber effektive Weise dienlich ist. Dies betrifft nicht nur den medizinischen, sondern auch viele andere Bereiche. Wichtige Voraussetzungen hierfür sind die Anwendung von Mikrotechnologien, Vernetzung und künstlicher Intelligenz.

      Als Mensch hoffe ich, dass wir dadurch als Gesellschaft und auf globaler Ebene näher zusammenrücken und so eine nachhaltige Zukunft gestalten können.

       

      microTEC Südwest: Welche Zukunftsthemen werden in diesem Jahr Ihrer Meinung nach besonderes Gewicht haben?

      Dr. Schostek: Das Zukunftsthema der nächsten Jahre wird „green energy“ sein, das wird in Europa auch entsprechend im neuen Rahmenprogramm „Horizon Europe“ verankert werden. Es geht hier nicht nur um neue Durchbrüche, sondern auch das Finden von cleveren Ansätzen für viele periphere Aspekte im Bereich Energie.

      Mit Blick auf die Medizintechnik erfährt das Thema künstliche Intelligenz gerade einen Boom. Wir werden in den nächsten Jahren sehen, an welcher Stelle sich diese Technologie nachhaltig etablieren kann.

       

      microTEC Südwest: Möchten Sie unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

      Dr. Schostek: Sehen wir gemeinsam positiv in die Zukunft. Nach frustrierenden Monaten, geprägt durch die Corona-Pandemie und geopolitischer Störenfriede, sieht es doch so aus, dass wir wieder mit einer freundlicheren Perspektive ins Jahr 2021 starten können.

       

      microTEC Südwest: Herzlichen Dank für die Zeit, die Sie sich genommen haben, um unserer Fragen zu beantworten. Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit und viel Erfolg.

       

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