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    26.03.2019

    Künstliche Intelligenz in China – Wandel mit rasantem Tempo

    • microTEC Südwest auf Delegationsreise mit Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Februar 2019

      Dr. Jana Heuer

      Etwa 100 baden-württembergische Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Verbänden sind Ende Februar unter Leitung der Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut nach China gereist, um die Märkte Elektromobilität und Künstliche Intelligenz zu erkunden. microTEC Südwest war mit dabei, um sich über den Themenstrang Künstliche Intelligenz ins Bild zu setzen.

      Von Beginn an beeindruckt die unwahrscheinliche Dynamik und Geschwindigkeit, mit der sich die Dinge in (Ost-)China entwickeln. Ob in Nanjing, Hangzhou, Shanghai oder Shenzhen: Nicht nur die Bautätigkeit ist enorm und überall präsent, auch die technologische Entwicklung erfolgt in einem rasanten Tempo. Die Delegation konnte mit mehreren „Unicorns“ in Kontakt treten, mit Start-ups, die vier Jahre nach ihrer Gründung bereits eine Bewertung von mehreren Milliarden Dollar sowie mehrere Tausend Mitarbeiter und einen globalen Markt erreicht haben. Eindrucksvoll ist auch, wie technologischer Fortschritt getrieben und umgesetzt wird. So werden sehr erfolgreich lokale Testfelder aufgesetzt, in denen neue Technologien in großem Maßstab und unter Realbedingungen zur Reife entwickelt werden – z.B. Großstädte oder gar ganze Bezirke, in denen Smart City-Konzepte, autonomes Fahren oder wie in Shenzhen ab 2020 5G-Konzepte testweise umgesetzt werden. Hier bieten sich auch Möglichkeiten für europäische Firmen, diese Testfelder zu nutzen.

      Vor allen Dingen auch die Künstliche Intelligenz wird in China stark getrieben. Der KI-Entwicklungsplan strebt eine stufenweise Vorreiterrolle Chinas an und den Aufbau einer breiten KI-Industrie, die im Jahr 2030 einen Wert von 130 Mrd. € erreichen soll. Die technologische Entwicklung wird dabei immer stark vom Anwendungsszenario sowie vom Geschäftsmodell her gedacht. Haupttreiber ist dabei die Bild- und Gesichtserkennung. Anwendungen liegen dabei hauptsächlich in folgenden Bereichen: In Smart Retail-Anwendungen wird die Kundenerfahrung im Einzelhandel individualisiert. Durch Crowd Analysis werden ungewöhnliche Verhaltensmuster in Menschenmengen analysiert. Fahrassistenzsysteme können den Konzentrationsgrad des Fahrers erkennen. Und viele Consumer-Produkte entstehen, vor allen Dingen in Form von Smartphone-Apps.

      Zu den besuchten Firmen und Initiativen gehören AI Town in Hangzhou (AI - artificial intelligence), die von Alibaba-Gründer Jack Ma gegründet wurde. 3 Mrd. Dollar stehen hier zu Verfügung, um Start-ups bei Finanzierung und Facilities zu unterstützen. Im Rahmen des Zhangjiang Innovationsparks in Shanghai wird eine KI-Insel aufgebaut mit 90 (auch deutschen) ansässigen KI-Unternehmen, um Land und Region eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet zu sichern. Fourier Intelligence entwickeln Robotik für Medizinanwendungen und Exo-Skelette für das Rehabilitations-Training. Bei YI Technology liegt der Fokus auf Technologien zur Gesichtserkennung, die beispielsweise in dem mobilen Bezahlsystem von WeChat stecken. Auch ein KI-Inkubator nach amerikanischem Vorbild wurde besichtigt. Gerade Start-ups scheinen in China optimale Möglichkeiten zur Kapitalisierung zu haben. Auch Sensetime in Shenzhen fokussiert sich auf Gesichts-, Bild- und Objekterkennung. Das Unicorn, das vier Jahre nach Gründung bereits über 2000 Mitarbeiter hat, stellt z.B. Geräte zur Ausweis-Verifizierung an Flughäfen her, aber auch Anwendungen zur Crowd Analyse. Smartphone-Apps, die eine Echtzeit-Modifizierung von Videos ermöglichen, gehören ebenfalls zum Portfolio. Die Produkte von Intellifusion in Shenzhen ermöglichen die polizeiliche Identifizierung von Personen anhand Ihrer Gesichter oder können abweichendes Verhalten in Menschenmengen erkennen. Dafür werden KI-Chips in Kameras integriert, um durch Edge-Computing eine Identifizierung in Echtzeit zu ermöglichen. UB Tech stellt kleine menschenähnliche Roboter her, mit denen Kinder und Jugendliche stufenweise den Bau und die Programmierung von Robotern erlernen können. So werden Kinder sehr früh auch an KI-Methoden herangeführt. Dahinter steckt ein ganzes Bildungskonzept, das in Asien bereits in Schulen und Ausbildungseinrichtungen angewendet wird, um die technologische Früh-Ausbildung voranzutreiben. Generell ist bei den Mitarbeitern der besuchten Firmen und Einrichtungen eine große Leidenschaft und ein starker Wille zu spüren, Dinge zu verändern und Entwicklungen voranzutreiben.

      Wenn man die vorgestellten Use Cases genauer betrachtet, tun sich hier aber auch Chancen für Baden-Württemberg auf - trotz aller unterschwelligen Ängste vor der rasanten Entwicklung in China. Denn Anwendungen der Künstlichen Intelligenz im Sinne des maschinellen Lernens für die intelligente Produktion, für die Industrie-Automatisierung, für eine flexible und individualisierte Fertigung oder ein neues Level der vorausschauenden Wartung sind in China (noch) nicht erkennbar. Hier aber liegen gerade die Stärken von Unternehmen und Forschungsinstituten in Deutschland und insbesondere in Baden-Württemberg.

      Die Delegationsreise hat noch einen weiteren Aspekt offenbart und ihn gleichzeitig gefördert: Die Vernetzung baden-württembergischer Unternehmen, Wissenschaftler, Verbände und Institutionen untereinander ist eine Grundvoraussetzung für die Erhaltung und den Ausbau des regionalen Wettbewerbsvorteils! Dies gemeinsam mit einem starken und schnell agierenden Europa ist die Chance, den technologischen Anschluss zu halten und einen eigenen Wettbewerbsvorteil im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu generieren.

      Unser Dank gilt Baden-Württemberg International für die hervorragende und reibungslose Organisation sowie der Allianz Industrie 4.0 für die Unterstützung der Reise!

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