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    26.07.2022

    KIT: Die große Transformation

    Prof. Dr. Thomas Hirth ist seit 2016 Vizepräsident für Innovation und Internationales am Karlsruher Institut für Technologie. Im Januar 2022 startete seine zweite Amtszeit mit dem umbenannten Ressort für Transfer und Internationales.
    Prof. Dr. Thomas Hirth ist seit 2016 Vizepräsident für Innovation und Internationales am Karlsruher Institut für Technologie. Im Januar 2022 startete seine zweite Amtszeit mit dem umbenannten Ressort für Transfer und Internationales. KIT
    • Gesellschaft, Wirtschaft und Politik stehen vor scheinbar unlösbaren Aufgaben: die Belastungen durch die Pandemie, Krieg in Europa, Klimawandel, Energiewende und eine Gesellschaft, die sich um Sicherheit und ihre Lebensgrundlagen sorgt. Wie schafft es die Wissenschaft, in dieser komplexen Lage positive Impulse zu setzen? Das ist eine der zentralen Fragen für Professor Thomas Hirth, der im Januar seine zweite Amtszeit als Vizepräsident für Transfer und Internationales am KIT angetreten hat. Was schon erreicht wurde und was er noch vorhat, lesen Sie im Interview.

      Herr Professor Hirth, herzlichen Glückwunsch zur zweiten Amtszeit. Wenn Sie auf Ihre erste Amtszeit am KIT zurückblicken: Welche Erfolge und Erlebnisse bleiben Ihnen ganz besonders in Erinnerung?

      Prof. Hirth: Mit dem KIT-Gesetz und der „Dachstrategie 2025“ hat das KIT die Innovation als dritte Kernaufgabe fest verankert. Mit der 2017 verabschiedeten Innovationsstrategie haben wir das Handlungsfeld Innovation in der vergangenen fünf Jahren mit konkreten Zielen und Maßnahmen weiterentwickelt. Dabei ist es uns gelungen, strategische Partnerschaften mit großen Unternehmen wie ABB Deutschland, Robert Bosch GmbH, SAP SE, Carl Zeiss AG, und BASF SE auf den Weg zu bringen. Mit diesen Unternehmen arbeiten wir in gemeinsamen strategischen Forschungsvorhaben und bei der Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen eng zusammen. 2020 ist am Campus Nord der ZEISS Innovation Hub in Betrieb gegangen. Hier kommen Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Gründerinnen und Gründer und ZEISS-Mitarbeitende zusammen, um aus Ideen Innovationen zu machen. Besonders zu erwähnen sind die hohe Anzahl an Gründungen von Studierenden und Mitarbeitenden, auch während der Pandemie. Mit dem Open Space TRIANGEL am Kronenplatz in Karlsruhe haben wir einen Raum für den Dialog von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft geschaffen.

      Was sind Ihre Ziele für die zweite Amtszeit?

      Prof. Hirth: Mit den wachsenden globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der Digitalisierung wird die Bedeutung von Wissenschaft immer wichtiger. Wir sind nicht nur gefordert Lösungen zu erarbeiten, sondern auch an deren Umsetzung mitzuwirken und komplexe Transformationsprozesse wie die Energie- oder Mobilitätswende zu unterstützen. Das spiegelt uns auch die Politik wider. Andererseits fragt die Gesellschaft immer stärker nach, was wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tun, warum wir es tun und welchen Nutzen unsere Forschung den Menschen bringt. Auch dort stehen wir in der Verantwortung, Antworten zu geben. Aus diesem Grund müssen wir Technologie- und Wissenstransfer stärker miteinander verbinden.

      Dazu haben wir noch viele Ideen und Projekte wie beispielsweise den THINKTANK zum Thema „Industrielle Ressourcenstrategien“, das Energy Lab 2.0 oder den InnovationsCampus Mobilität der Zukunft. Hier arbeiten wir gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft an Ideen für die Rohstoffversorgung, des Energiesystems oder der Mobilität der Zukunft. Dafür müssen wir uns noch früher und enger mit unseren Partnern und Netzwerken austauschen, um Ideen noch schneller in Innovationen zu überführen.

      Welche Veränderungen wird es im Technologietransfer geben?

      Prof. Hirth: Der Technologietransfer ist eine zentrale Säule des Transfers und am KIT stark ausgeprägt. Der Schwerpunkt in der ersten Amtszeit lag auf Kooperationen mit der Industrie, strategischen Partnerschaften, Gründungen, Beteiligungen, IP-Einnahmen und der Innovationskultur. Darauf gilt es jetzt aufzubauen und die erfolgreichen Formate weiter zu entwickeln.

      Dazu gehören die Gewinnung weiterer strategischer Partner und Partner für den KIT-Business Club sowie Partnern für Industry on Campus. Dazu müssen wir unsere Forschungsergebnisse allerdings noch schneller und unser Forschungsprofil noch umfassender den Unternehmen präsentieren. Darüber hinaus müssen wir auch passende Formate für kleine und mittlere Unternehmen anbieten und diese entwickeln. Mit dem ZEISS Hub am Campus Nord haben wir eine einzigartige Umgebung für Gründungen geschaffen, die es weiterzuentwickeln und durch entsprechende Orte am Camus Süd und Campus Ost zu ergänzen gilt. Für die Steigerung der IP-Einnahmen ist ein attraktives Patentportfolio erforderlich, das es mit den Instituten zu entwickeln gilt. Dies ist nur möglich, wenn die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Instituten enger mit den Innovationsmanagerinnen und Innovationsmanagern zusammenarbeiten.

      Wie unterstützt das KIT ein sinnvolles Zusammenwachsen von Technologietransfer und Wissenstransfer?

      Prof. Hirth: Mit der Erweiterung des Handlungsfelds Innovation zum Handlungsfeld Transfer führt das KIT den Wissens- und Technologietransfer zusammen. Dieser Weg wurde bereits mit der erfolgreichen Bewerbung als Exzellenzuniversität eingeschlagen. Die wichtigste Aufgabe wird sein, einen gemeinsamen Überbau für den Technologie- und Wissenstransfer zu schaffen, also das ganze Portfolio zu adressieren und damit nicht nur technologische, sondern auch soziale Innovationen voranzubringen. Das ist auch im internationalen Kontext wichtig. Kein Staat kann die großen gesellschaftlichen Herausforderungen allein stemmen. Deswegen ist es so wichtig, die internationale Zusammenarbeit auch unter Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen weiter auszubauen. Denn am Ende werden wir alle daran gemessen, was wir mit Blick auf die großen Transformationsprozesse unserer Zeit bewirkt und verändert haben.

      Wissenstransfer bedeutet kommunizieren, beraten und anwenden. Diese Prinzipien gilt es jetzt in mehreren Handlungssträngen auszugestalten und auch eng mit dem Technologietransfer zu verbinden. Es geht um die Beratung für politische Entscheiderinnen und Entscheider, den vertieften Dialog und das gemeinsame Forschen und Erproben mit der Gesellschaft sowie die Wissenschaftskommunikation.

      Das Interview führte Anke Weigel

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