
Manche Veranstaltungen bleiben nicht wegen einzelner Vorträge in Erinnerung, sondern wegen des Gefühls, mitten in einer Zukunft zu stehen, die bereits begonnen hat. Genau so war die 29. Fachgruppensitzung Mikromedizintechnik bei der Osypka AG.
Schon beim Ankommen wurde deutlich: Hier treffen nicht nur Expertinnen und Experten aufeinander – hier entstehen Ideen, Partnerschaften und neue Perspektiven
Nach einer Begrüßungsrunde mit Christine Neuy und einer Vorstellung des Gastgebers durch Dr. Volker Steier und Dr. Thorsten Göttsche ging es gleich weiter mit spannenden Einblicken in die Welt aktiver implantierbarer Medizinprodukte (AIMD). Dabei wurde deutlich, warum viele Entwicklungsprojekte scheitern – und was es braucht, damit sie erfolgreich werden: die richtige Balance aus Design, Packaging, Verifikation, regulatorischem Know-how und vor allem dem passenden Netzwerk aus Expertise.
Ein Rundgang durch das Unternehmen zeigte, mit welcher Präzision hier gearbeitet wird: von Werkzeugbau, Drehen, Extrusion und Spritzguss bis hin zu winzigen Spritzgießteilen in der Größe eines Reiskorns. Ein echtes Highlight waren die nahezu staubkorngroßen Drehteile – beeindruckend, wie viel Medizintechnik auf kleinstem Raum entsteht.

Ein echtes Zukunftsthema brachte Dennis Plachta (neuroloop GmbH) auf die Bühne: die gezielte Mikrostimulation des Vagusnervs zur Behandlung neuro-kardiologischer Erkrankungen wie starker Hypertonie.
Faszinierend war dabei die Vorstellung, dass sich einzelne Nervenbahnen ähnlich wie Leitungen in einem Netzwerk gezielt ansteuern lassen – um genau dort therapeutisch einzugreifen, wo es notwendig ist
Auch Dr. Thorsten Hehn (Hahn-Schickard) zeigte eindrucksvoll, wie Mikrosystemtechnik ganz konkret medizinische Eingriffe verbessern kann. Im Fokus stand die miniaturisierte Multisensorik für die intraoperative Kraftmessung bei laparoskopischen Eingriffen. Das Ziel: Chirurg:innen ein haptisches Feedback zu ermöglichen, um Kräfte besser einschätzen und Eingriffe präziser durchführen zu können.
Dr. Nirojah Subramaniam (Initiative Zukunft Deutschland 2050) gab einen spannenden Ausblick auf die Rolle von Gesundheit und Medizintechnik im Kontext langfristiger gesellschaftlicher Entwicklungen und Lena Schad (IMS CHIPS) stellte mit IMPLANTEYE einen miniaturisierten Infektionssensor für Implantate vor.

Neben den Vorträgen war es vor allem der offene Austausch, der das Fachgruppentreffen prägte. Der Marktplatz Mikromedizintechnik bot Raum für intensiven Austausch und neue Ideen.
Gerade hier zeigte sich wieder: Nichts ersetzt das persönliche Gespräch. Viele Impulse entstehen nicht auf den Folien, sondern zwischen den Programmpunkten, beim Rundgang oder beim gemeinsamen Mittagessen.

Die nächste Fachgruppensitzung Mikromedizintechnik wird voraussichtlich im Herbst stattfinden. Wir freuen uns schon jetzt darauf, erneut zahlreiche Interessierte aus Forschung, Industrie und Entwicklung begrüßen zu dürfen und den gemeinsamen Austausch rund um innovative Technologien in der Mikromedizintechnik fortzusetzen.
Weitere Informationen zur Fachgruppe Mikromedizintechnik:
Schon gewusst? Auf der microTEC Südwest Clusterkonferenz im Mai 2026 können Sie die gesamte Community live erleben – nutzen Sie die Chance zum direkten Austausch mit den Fachgruppenmitgliedern.
Julia Mahl
Marketing
Tel.: + 49 761 386909-27
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