
Wie können digitale Technologien und Robotik medizinisches Personal im Klinikalltag unterstützen? Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA entwickelt gemeinsam mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums München ein robotisches Assistenzsystem, das standardisierte Überwachungsaufgaben in der Kindermedizin übernehmen kann.
Der Roboter mit dem Namen „Helga“ befindet sich aktuell im Testbetrieb und unterstützt bei der Betreuung von Kindern mit leichtem Schädel-Hirn-Trauma. Ziel der Entwicklung ist es, medizinisches Personal bei wiederkehrenden Untersuchungen zu entlasten und mehr Zeit für die direkte Betreuung der Patientinnen und Patienten zu schaffen.
Nach einer Gehirnerschütterung müssen betroffene Kinder im Krankenhaus engmaschig überwacht werden. Dabei führen Pflegekräfte regelmäßig neurologische Kontrollen durch – unter anderem zur Pupillenreaktion, Herzfrequenz sowie zu sprachlichen und motorischen Fähigkeiten.
Das entwickelte Assistenzsystem kann diese Untersuchungen interaktiv begleiten und verschiedene Vitalparameter erfassen. Über Sensorik, Kameraeinheiten und eine kindgerechte Benutzeroberfläche unterstützt der Roboter die Datenerfassung und ermöglicht eine standardisierte Durchführung der Untersuchungen.
Eine besondere Herausforderung lag in der Entwicklung berührungsloser Messverfahren, beispielsweise für die Pupillenreaktion und Herzfrequenz. Dafür wurde ein spezielles Sensorkonzept entwickelt, das auch bei unterschiedlichen Bedingungen zuverlässig funktionieren soll.
Während die Roboterplattform auf bestehender Hardware basiert, wurde der Aufbau mit Rechner, Touchscreen und Sensorik speziell für die medizinische Anwendung angepasst. So entsteht ein System, das technische Präzision mit einer kindgerechten Interaktion verbindet.
Das Projekt zeigt, welches Potenzial robotische Assistenzsysteme für das Gesundheitswesen bieten können. Durch die Übernahme standardisierter Prozesse können Fachkräfte entlastet und Ressourcen gezielter für komplexere medizinische Aufgaben eingesetzt werden.
Langfristig soll das System zu einem zertifizierten Medizinprodukt weiterentwickelt und um zusätzliche Funktionen erweitert werden. Damit eröffnet die Entwicklung neue Perspektiven für den Einsatz von Robotik, Sensorik und Digitalisierung in der Medizin.
Mehr Neuigkeiten aus dem microTEC-Netzwerk finden Sie in unserer Newsübersicht:
Sie möchten keine Neuigkeiten verpassen?
Abonnieren Sie unser Newsupdate, um aktuelle Themen rund um das microTEC-Universum direkt in Ihr Postfach zu bekommen:
Jetzt Newsupdate abonnieren
Julia Mahl
Marketing
Tel.: + 49 761 386909-27
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sie haben News, Pressemitteilungen oder Events, die Sie gerne bei uns veröffentlichen würden? Sprechen Sie uns einfach an.