
Roya Shafieipour ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Biomedizintechnik an der Hochschule Furtwangen und beschäftigt sich mit der Entwicklung und Charakterisierung flexibler THz-Sensoren. Mit ihrem Poster „Development and Characterization of a Flexible THz Sensor“ überzeugte sie die Teilnehmenden der diesjährigen microTEC Clusterkonferenz und gewann die Postersession. Im Interview spricht sie über ihre Forschung, die Bedeutung der Auszeichnung und ihre Pläne für die Zukunft.
Die Terahertz-Technologie nutzt nichtionisierende elektromagnetische Wellen und ermöglicht die berührungslose Untersuchung vieler nichtmetallischer Materialien. Je nach Messverfahren kann die Wechselwirkung dieser Wellen mit einem Material Informationen über dessen Struktur, Feuchtigkeitsgehalt und spektrale Eigenschaften liefern. Dadurch eröffnet die Terahertz-Technologie vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise in der Medizin, der Industrie und der Sicherheitstechnik.
Mein Forschungsprojekt ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Hochschule Furtwangen (HFU) und der West Pomeranian University of Technology in Szczecin (Polen) und konzentriert sich auf die Entwicklung flexibler Terahertz-Sensoren. Ziel ist es, die einzigartigen Eigenschaften der Terahertz-Technologie mit mechanischer Flexibilität zu kombinieren, sodass die Sensoren auch auf gekrümmten Oberflächen – etwa auf der menschlichen Haut oder in flexiblen Sensor Systemen – eingesetzt werden können. Damit sollen intelligente, leichte und neuartige Sensorsysteme für zukünftige Anwendungen entwickelt werden. Die experimentellen Arbeiten dieses Projekts wurden im Technologielabor der Hochschule Furtwangen durchgeführt. Das Labor verfügt über eine ausgezeichnete Forschungsinfrastruktur und modernste Geräte für die Herstellung und Charakterisierung von Materialien. Für die Charakterisierung kamen unter anderem ein FIB-SEM mit EDX, ein FTIR-Spektrometer, ein Keyence-Mikroskop, ein Dektak-Profilometer sowie weitere hochpräzise Analyse- und Messgeräte zum Einsatz. Diese hervorragende Laborausstattung ermöglichte die präzise Herstellung und umfassende Charakterisierung der entwickelten Proben.
Ich sehe großes Potenzial vor allem im medizinischen Bereich, etwa für die kontinuierliche und nichtinvasive Überwachung von Patientinnen und Patienten. Auch in der Industrie könnten flexible THz-Sensoren zur zerstörungsfreien Prüfung komplexer Bauteile eingesetzt werden. Der größte Mehrwert liegt aus meiner Sicht darin, dass präzise Terahertz-Messungen künftig nicht mehr nur im Labor möglich sind, sondern auch in tragbaren und flexiblen Systemen für den Alltag.
Für mich war die microTEC-Clusterkonferenz eine ganz besondere Erfahrung, weil es meine erste wissenschaftliche Konferenz in Deutschland war. Ich habe die Veranstaltung als sehr professionell und gleichzeitig als offen und freundlich erlebt. Besonders beeindruckt hat mich, wie hervorragend das microTEC-Team die Konferenz organisiert hat – von der Planung bis zur Durchführung war alles sehr gut vorbereitet.
Am meisten in Erinnerung geblieben sind mir jedoch die Gespräche mit den vielen Expertinnen und Experten. Vor allem während meiner Postersession hatte ich die Möglichkeit, mein Forschungsprojekt zu präsentieren und mich intensiv auszutauschen. Dabei habe ich nicht nur sehr positives Feedback erhalten, sondern auch viele interessante und wertvolle Ideen für meine weitere Forschung mitgenommen. Diese Anregungen waren für mich sehr motivierend und werden mir auf meinem weiteren Forschungsweg sicherlich weiterhelfen.

Für die Zukunft möchte ich gerne in Deutschland bleiben und das Wissen sowie die Erfahrungen, die ich während meiner Forschung gesammelt habe, sinnvoll einsetzen. Zunächst möchte ich die Ergebnisse meiner Forschung erfolgreich abschließen und in Form einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlichen.
Darüber hinaus interessiert mich besonders die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie. Ich finde es spannend, wissenschaftliche Erkenntnisse in innovative Technologien und praktische Anwendungen zu überführen, die einen echten Mehrwert schaffen.
Deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, in einem innovativen Unternehmen oder einem anwendungsorientierten Forschungsinstitut zu arbeiten, in dem ich meine Kenntnisse weiterentwickeln und gleichzeitig zur Entwicklung neuer Technologien beitragen kann.
Ich würde anderen Studierenden auf jeden Fall empfehlen, sich bei Young Talents meet Industry mit einem Poster zu bewerben. Es ist eine hervorragende Gelegenheit, die eigene Forschung einem fachkundigen Publikum vorzustellen und wertvolles Feedback von Professorinnen und Professoren, Forschenden sowie Expertinnen und Experten aus der Industrie zu erhalten.
Darüber hinaus bietet die Veranstaltung eine ideale Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und sich mit Menschen aus verschiedenen Fachbereichen auszutauschen. Solche Gespräche können neue Ideen für die eigene Forschung liefern und sogar den Grundstein für zukünftige wissenschaftliche oder industrielle Kooperationen legen.
Mein Tipp wäre, sich nicht nur gut auf die Posterpräsentation vorzubereiten, sondern auch die Gelegenheit zu nutzen, aktiv mit anderen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass gerade dieser persönliche Austausch der wertvollste Teil der Veranstaltung war. Ich habe nicht nur hilfreiches Feedback erhalten, sondern auch viele neue Denkanstöße mitgenommen, die meine Forschung weitergebracht haben.
Abschließend möchte ich mich ganz herzlich bei Prof. Dr. Volker Bucher, Dr. András Kovács und Dr. Julien Petit bedanken. Sie haben mich während meiner gesamten Forschungsarbeit stets unterstützt, motiviert und mit ihrer fachlichen sowie persönlichen Betreuung entscheidend zu meinem Werdegang beigetragen. Mein herzlicher Dank gilt außerdem dem gesamten iMST-Team für die angenehme Zusammenarbeit und die inspirierende Arbeitsatmosphäre.
Ebenso möchte ich mich beim microTEC Südwest-Team bedanken, das mit Young Talents meet Industry eine großartige Plattform für Studierende schafft. Solche Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, die eigene Forschung in einem professionellen Umfeld zu präsentieren, wertvolle Kontakte zu knüpfen und den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie zu fördern. Für diese Chance bin ich sehr dankbar.
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Julia Mahl
Marketing
Tel.: + 49 761 386909-27
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