Am 2. Juli 2025 fanden die diesjährigen Bodenseegespräche in Hard (Österreich) statt. Die Veranstaltung bot einen tiefen Einblick in aktuelle Herausforderungen und technologische Lösungsansätze der Industrie im DACH-Raum. Trotz wirtschaftlicher Belastungen wie steigender Energiekosten, Fachkräftemangel und zunehmender Bürokratisierung lag der Fokus klar auf der Frage, wie Innovation und Digitalisierung zur Zukunftssicherung beitragen können.
In seiner Keynote stellte Maximilian Beinhofer konkrete Anwendungsbeispiele zur strategischen Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) vor. Themen wie Energy Monitoring, Root-Cause-Analysen, intelligente Photovoltaiksteuerung und Flugpreis-Optimierung verdeutlichten das Potenzial von KI zur Effizienz- und Nachhaltigkeitssteigerung. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Einsatz generativer KI im Wissensmanagement sowie zur Produktionsoptimierung und Logistiksteuerung.
In den Parallel-Sessions wurde unter anderem die datengetriebene Produktion thematisiert. Markus Gruber hob die zentrale Rolle von Datenqualität, Messgenauigkeit und sicheren KI-Anwendungen hervor. Die neue Maschinenverordnung 2027 setzt hier klare Anforderungen an Datensicherheit, Transparenz und Verantwortlichkeiten. Diskutiert wurde auch die Herausforderung, wie sich selbstlernende, dynamische KI-Systeme mit regulatorischen Vorgaben in Einklang bringen lassen.
Ein weiterer Themenschwerpunkt lag auf Automatisierungslösungen für schwierige Einsatzbedingungen. Lukas Silberbauer präsentierte spezialisierte Roboter für die Öl- und Gasindustrie, die gefährliche Gaslecks erkennen können. Michael Zillich zeigte kollaborative Robotiklösungen für offene Produktionsumgebungen auf, die jedoch noch vor Herausforderungen bei Normen und Wirtschaftlichkeit stehen. Dario Stojicic (ABB) demonstrierte praxisnahe Anwendungen von Industrierobotern in gefährlichen Arbeitsbereichen wie Schweißen, Schleifen und Lackieren.
Im Rahmen der Session „Automatisiert, vernetzt, überbewertet? Wie SMART ist die Produktion wirklich?“, organisiert von microTEC Südwest gemeinsam mit dem Cluster Mechatronik der Standortagentur Tirol, wurde das Thema Digitalisierung praxisnah beleuchtet.
Aus dem Mitgliederkreis von microTEC Südwest stellte Alexander Treß (ATR Software) eine mittelstandsfreundliche Lösung vor, die bei fehlender Datentransparenz, begrenzten Ressourcen und geringem IT-Know-how unterstützt.
Dr. Björn Sautter (Festo) ergänzte mit einem Impuls zum Thema „Mit digitalen Daten von der SMARTen Factory zu SMART & Connected Industries?“, in dem er neue Perspektiven für die vernetzte Produktion aufzeigte.
Auch Initiativen wie AI5production sowie Programme von EIT Manufacturing verdeutlichten, wie Start-ups und KMU bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten unterstützt werden können, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas nachhaltig zu stärken.
microTEC Südwest nahm im Rahmen der Aktivitäten der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg an der Veranstaltung teil und brachte wichtige Impulse aus dem Netzwerk ein.

Die Bodenseegespräche 2025 zeigten einmal mehr: Um die Zukunftsfähigkeit der Industrie zu sichern, müssen technologische Innovation, regulatorische Klarheit und nachhaltige Strategien Hand in Hand gehen – ein Ziel, das microTEC Südwest aktiv mitgestaltet.
Julia Mahl
Marketing
Tel.: + 49 761 386909-27
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