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    10.12.2021

    KI-KONGRESS Smarte Maschinen im Einsatz

    • Stärken von Künstlicher Intelligenz nutzen und Mehrwerte schaffen

      Am 1. Dezember 2021 fand der KI-Kongress „Smarte Maschinen im Einsatz“ als Webinar von Fraunhofer IPA und der Konradin Mediengruppe statt. Für Deutschland und Europa sehen die eingeladenen Expert:innen Stärken und Potentiale.

      In ihrem engagierten Grußwort verdeutlichte Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut, wie Baden-Württemberg eine Führungsrolle in Forschung und Entwicklung sowie der Verwertung von Künstlicher Intelligenz ausbauen möchte. Ausgangspunkt dafür ist u.a. das Cyber Valley Stuttgart Tübingen, einem Cluster für künstliche Intelligenz und Robotik und europäischer Hotspot für Spitzenforschung, das eine zentrale Rolle für innovationsstarke kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spielt. Dafür setzt die Politik Rahmenbedingungen und unterstützt beispielsweise das KI-Fortschrittszentrum, in dem vor allem KMU Unterstützung bei der Einbindung von KI-Lösungen erhalten. Der KI-Innovationspark in Heilbronn ist ein weiterer innovationspolitischer Leuchtturm für menschenzentrierte KI.

      Einblicke und Einordnung aus der Praxis

      Die strategische Ausrichtung von der Hardware hin zu Lösungen erläuterte Jens Ottnad, R+D Head Data & AI von Trumpf in seinem Beitrag „KI und Shadow mode“. Mit dem Trulaser 530 nutzt Trumpf künstliche Intelligenz statt klassischer Bildverarbeitung und unterstützt so die mittelständischen Kunden mit digitalen Arbeitsschritten am Display. Mit allen Kunden werden Datennutzungsvereinbarungen geschlossen: Die Basis-Version erlaubt Trumpf die Nutzung von Metadaten, die Expertenversion den Zugriff auf Details, u.a. um den Prozess weiterzuentwickeln.

      Kian Saemian, Vice President Future Technologies ging auf die Verbindung von digitalen Zwillingen und künstlicher Intelligenz ein. Die Firma nutzt künstliche Intelligenz u.a. bei der Erstellung von CAD-Modellen, um dann zügiger zu digitalen Zwillingen zu kommen. Im Kontext Simulation werden virtuelle Sensoren validiert, wobei die KI mit synthetischen Daten trainiert wird. Ziel ist es, reale Tests z.B. im Kontext autonomes Fahren zu reduzieren und virtuell zu testen. Dies spielt vor allem für seltene Ereignisse wie z.B. Unfälle mit Tieren eine große Rolle.

      Im Beitrag „Everyday AI, extraordinary people“ setzte Sebastian Werner, AI Evangelist, Dataiku einen Fokus auf den Kulturwandel bei der digitalen Transformation. Dataiku ist überzeugt, dass die Herausforderung bei KI-Projekten nicht nur technologischer Natur ist. Laut eigenen Angaben schlagen nur rund 5 % dieser Projekte aus technologischen Gründen fehl; 95 % scheitern am Prozess oder der Kultur. Sein Plädoyer an die Teilnehmenden war, eine Fehlerkultur sowie eine Kultur des Vertrauens zu schaffen.

      Einen faszinierenden Einblick in die Erforschung künstlicher Muskeln beispielsweise für Roboter offenbarte Christoph Keplinger, Director, Max Planck Institute for Intelligent Systems & Head of the Robotic Materials Department.

      Diskussion und Ausblick: Fokus Mensch

      Um Projekte erfolgreich umzusetzen, muss KI aus Sicht von Ottnad ganzheitlich verstanden werden. Dieses Bewusstsein zu schaffen ist der größte Wandel. Auch Werner sieht den Menschen im Mittelpunkt: Eine Kultur des Ausprobierens verbunden mit Kollaboration und einfachem Zugang zu Daten ist notwendig. Statt komplexer Risikoanalysen sollen Personen mit Ideen, Freiraum erhalten, diese einfach anfangen lassen. Für schnelle Erfolge schätzt Ottnad die Kooperation mit Start-ups, deren Teams top ausgebildet sind und mit viel Schwung agieren. Die Herausforderung ist, die richtige Balance zu finden zwischen der Entwicklung eigener KI-Lösungen und der Nutzung vorhandener. Ottnad empfiehlt hier, im Umfeld des eigenen Domänenwissens selber aktiv zu werden und in die Tiefe zu gehen. Um die Kunden mit zu nehmen, wären klassifizierte Datennutzungsvereinbarungen hilfreich: Wie beim Energieverbrauch von Elektrogeräten könnten diese dem Kunden helfen, das richtige Datenschutz-Niveau für sich festzulegen. Darüber hinaus regt Werner Kraus, Leiter Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme, Fraunhofer IPA, an, für große Transparenz beim Kunden zu sorgen. Widersprüche können so erklärt werden, z.B. dass Menschen, die komplexe Algorithmen entwickeln vertraut wird, neuronalen Netzen aber nicht.

      Europäische KI-Regulierung

      Anna Christmann, KI-Enquete-Kommission, und Patrick Glauner, Steering Committee der Taskforce KI-Regulierung, Stellv. Leiter (Academia) der Regionalgruppe Bayern, KI Bundesverband e.V. blickten aus unterschiedlichen Perspektiven auf die europäische KI-Regulierung und die geplanten Risikoklassen. Glauner sieht keine Notwendigkeit für eine eigene KI-Regelung; vielmehr sollten kritische Bereiche und Systeme wie bisher vertikal reguliert werden. Aspekte von KI könnten ins Regelwerk aufgenommen werden. Die angedachte horizontale Herangehensweise bringt seiner Meinung nach mehr Probleme als Lösungen. Aus Sicht von Christmann dient der „AI Act“ der EU, mehr Strahlkraft zu gewinnen.

      Fazit und Ausblick

      Deutschland verfügt über eine Vorreiterrolle beim Thema ethischer KI, die als Alleinstellungsmerkmal und Chance weiter entwickelt werden sollteEin aussichtsreicher Treiber für die Technologie sind Anwendungen rund um Nachhaltigkeit sowie Energie- und Ressourceneffizienz. Darüber hinaus ist die Verbindung von „Hirn und Hardware“, wie es bei künstlicher Intelligenz in der Robotik vorkommt, oder von KI mit Domänenwissen wie im Maschinenbau oder Automobilbau ein Alleinstellungsmerkmal, in dem große Expertise besteht. Ausschlaggebend für das Nutzen der Potentiale, so waren sich die Teilnehmenden einig, ist es den Menschen mitzunehmen und eine Vertrauens-, aber auch Fehlerkultur zu entwickeln.

      Am 10. Mai 2022 soll der zweite Kongress-Teil vor Ort am Fraunhofer IPA stattfinden.

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      Amandus Bieber
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